Vom Gartenabenteuer und dem Kistenkrimi
Vom Gartenabenteuer und dem Kistenkrimi
Wir sind inzwischen mächtig gewachsen und durften schon ein paar Mal raus in den Garten. Da geht dann die Post ab: Federn im Wind, Grashalme als Zepter, und wir als frischgebackene Rasensprintmeisterinnen, die jeden Spaziergang in ein kleines Abenteuer verwandeln. Das Training läuft auf Hochtouren: Sprünge, Richtungswechsel, Pfotenkunst und das feine Gespür dafür, wann man sich leise anschleicht oder mit einem kleinen, frechen Sprung die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Wir sind schneller als sich ein Wollknäuel verheddern kann, und wir haben gelernt, dass der Garten nicht nur Grün ist, sondern auch ein riesiges Spielplatzuniversum mit Geheimnissen, Verstecken und einer unergründlichen Kunst der Nachbarschafts-Taktik.
Gestern war ein besonders lustiger Tag, wie aus einem Katzen-Comicbuch: Brenda hat sich unter Papas Bett in einen Korb versteckt, als hätte sie ihr eigenes Versteckchen im Katzen-Großstadtdschungel gefunden. Sie war so ruhig, dass man meinen könnte, der Staubsauger hätte eine andere Mission, doch nein, Brenda blieb unbeirrbar in ihrem kessen Versteck, als ob der Korb ihr persönliches Fort Knox wäre. Gabi hingegen war in Detektiv-Stimmung: Sie hat gezählt, ob wir alle da sind, dann wieder gesucht und sogar mit einer Taschenlampe überall in den Ecken geleuchtet. Die Taschenlampe schien die Nacht zum Tag zu machen, eine Glühwürmchen-Show im Wohnzimmer-Dschungel. Manch einer könnte sagen, sie hat das Lichtspiel mit der Professionalität einer nächtlichen Straßenlaterne durchgeführt.
Sogar im Garten hat Gabi akribisch abgesucht, ob Brenda dort vielleicht noch heimlich spielt oder ob sie sich hinter dem Drahtzaun verkrochen hat, um eine neue Expedition zu starten. Alles nicht. Erst nach einer Stunde kam Brenda gähnend aus der Kiste gekrabbelt, als hätte sie gerade die königliche Versteckgelegenheit für die nächste Mission freigeschaltet. Da waren alle erleichtert und ein wenig müde von der Detektivarbeit des Tages. Wir tauschten kurze Schnurrer aus, als würden wir sagen: „Mission erfüllt, Team!“
Im Garten wird die Welt sichtbar: Ein leises Rascheln im Gebüsch, der Duft von frisch gemähtem Gras, das kitzeln der Luft, wenn die Flügel einer Biene vorbeifliegen. Wir nehmen jeden Tag als Chance wahr, unsere Spuren im Gras zu hinterlassen, eine winzige Spur von Mut, Mutterschaft, und ganz viel Neugier. Wir lernen, wie man gemeinsam funktioniert: Brenda, die linke Kante der Aufmerksamkeit; Gabi, die gelernte Detektivin, die jede Ecke kennt und mit einem bescheidenen Glühen in den Augen den Leuchtturm spielt; und ich, die Beobachterin, die Herzchen in die Luft malt, wenn wir gemeinsam lachen.
Und am Ende des Tages, wenn die Sonne einen goldenen Rand über den Garten legt, sitzen wir dicht beieinander, schnurren leise und genießen die stille Zufriedenheit: Wir haben uns weiterentwickelt, wir sind mutig geworden und wir haben immer noch Zeit, uns gegenseitig zu knuffen und die Abenteuer des Tages Revue passieren zu lassen. Wer braucht schon klare Verstecke, wenn man das Universum Garten mit so viel Neugier entdeckt? Bis zum nächsten Mal, wenn die Detektivinnen wieder aus dem Kisten-Krimi herauskriechen und das Abendlicht in ein neues, glitzerndes Kapitel verwandeln.



















